Ratgeber · Praxis · 6 Minuten

Echolot richtig einstellen

Der wichtigste Schritt ist, den Automatikmodus zu verlassen und die Empfindlichkeit von Hand so weit hochzudrehen, bis leichtes Rauschen im Bild erscheint — und dann eine Stufe zurück. Die Automatik ist darauf ausgelegt, ein aufgeräumtes Bild zu liefern, und rechnet dabei schwache Echos weg — genau die, an denen kleine Fische und feine Struktur hängen. Danach folgen Frequenz, Bildlaufgeschwindigkeit und Tiefenbereich.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig. Wer wahllos dreht, landet im Chaos. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Tiefenbereich fest einstellen Statt Auto einen festen Bereich wählen, der etwas über deiner tatsächlichen Tiefe liegt — bei 8 m Wasser also 10 m. So nutzt du die volle Displayhöhe und das Bild springt nicht, sobald eine Kante kommt.
  2. Empfindlichkeit manuell hochdrehen So weit erhöhen, bis feines Rauschen erscheint, dann leicht zurück. Typisch liegt der Wert deutlich höher als die Automatik ihn setzt. Jetzt siehst du auch kleine Echos.
  3. Frequenz nach Aufgabe wählen Niedrig (50 oder 83 kHz) zum Suchen mit weitem Kegel, hoch (200 kHz oder CHIRP-Hochband) zum genauen Hinschauen und Vertikalangeln.
  4. Bildlauf an die Fahrt anpassen Schneller Bildlauf bei Fahrt, langsamer im Stand. Zu schnell zieht Fische zu Strichen auseinander, zu langsam quetscht alles zusammen.
  5. Störfilter so niedrig wie möglich Jeder Filter entfernt Information. Erst hochdrehen, wenn wirklich Störungen da sind — und dann nur so weit wie nötig.

Ausgangswerte für typische Situationen

Keine Universalwerte — aber ein brauchbarer Startpunkt, von dem aus du feinjustierst.

Situation Frequenz Empfindlichkeit Bildlauf
Flaches Wasser suchen (bis 5 m) 83 kHz hoch mittel bis schnell
Vertikalangeln im Stand 200 kHz hoch langsam
Tiefes Wasser (ab 20 m) 50–83 kHz sehr hoch mittel
Struktur absuchen 455 kHz Down-/Side-Imaging mittel an Fahrt gekoppelt
Strömung, trübes Wasser niedriger als sonst mittel, Filter leicht an mittel
Side-Imaging braucht konstante Fahrt

Das Seitenbild entsteht dadurch, dass sich das Boot bewegt. Bei wechselnder Geschwindigkeit wird das Bild gestaucht oder gezerrt und lässt sich nicht mehr sauber lesen. Gleichmäßige 3–6 km/h liefern die besten Ergebnisse — ein Bugmotor mit Geschwindigkeitsregelung hilft hier enorm.

Vier Fehler, die wir immer wieder sehen

1. Alles auf Automatik lassen

Die Automatik ist auf ein sauberes Bild optimiert, nicht auf maximale Information. Sie unterdrückt schwache Echos — und genau dort stehen kleine Fische, Futterfischschwärme und feine Kanten.

2. Störfilter zu hoch

Wer bei jedem Rauschen den Filter hochzieht, entfernt mit der Störung auch die Nutzinformation. Erst die Ursache suchen: Meist sind es Luftblasen am Geber oder eine schlechte Masseverbindung, nicht das Gerät.

3. Falscher Tiefenbereich

Steht der Bereich auf 30 m, obwohl das Wasser 4 m tief ist, quetscht sich alles Interessante in den obersten Displayzentimeter. Bereich fest auf etwas mehr als die reale Tiefe stellen.

4. Geber falsch montiert

Die beste Einstellung nützt nichts, wenn der Geber Luft zieht oder schräg hängt. Er muss 15–30 cm unter der Wasserlinie sitzen, waagerecht ausgerichtet und in störungsfreiem Wasser. Eine Geberstange hält die Tiefe konstant.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte die Empfindlichkeit stehen?

So hoch, dass gerade eben leichtes Rauschen im Bild sichtbar wird — dann eine Stufe zurück. Dieser Punkt liegt bei den meisten Geräten deutlich über dem, was die Automatik einstellt. Im tiefen Wasser darf der Wert höher sein als im flachen, weil das Echo längere Wege zurücklegt und schwächer ankommt.

Warum sehe ich keine Fischsicheln?

Drei häufige Ursachen. Erstens: Empfindlichkeit zu niedrig — die Echos werden weggerechnet. Zweitens: Das Boot steht, dann werden aus Sicheln waagerechte Striche. Drittens: Die Fischsymbol-Funktion ist aktiv, die echte Echos durch stilisierte Fischchen ersetzt — schalte sie ab, das Rohbild sagt deutlich mehr aus.

Soll ich die Fischsymbole einschalten?

Nein. Die Fischsymbol-Funktion interpretiert Echos und zeigt statt des Rohbildes kleine Fischchen. Sie liegt regelmäßig falsch — Luftblasen und Kraut werden zu Fischen, dicht stehende Fische zu einem einzigen Symbol. Im Rohbild erkennst du nach etwas Übung deutlich mehr, unter anderem Größenverhältnisse und ob der Fisch am Grund klebt oder frei steht.

Welche Einstellung für Zander?

Zander stehen oft dicht am Grund, teils direkt aufliegend. Wichtig ist deshalb eine hohe Empfindlichkeit und eine gute Grundtrennung — CHIRP im Hochband oder 200 kHz. Wenn du im Stand vertikal angelst, den Bildlauf verlangsamen, sonst verschmilzt der Fisch mit der Grundlinie. Ein enger Kegel hilft, Fisch und Grund auseinanderzuhalten.

Einstellen lernt man am Wasser

In zwei Stunden auf dem Boot bekommst du dein Gerät so eingestellt, wie es zu deiner Angelei passt — und verstehst, warum. Das geht schneller als jedes Handbuch.

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