Der wichtigste Schritt ist, den Automatikmodus zu verlassen und die Empfindlichkeit von Hand so weit hochzudrehen, bis leichtes Rauschen im Bild erscheint — und dann eine Stufe zurück. Die Automatik ist darauf ausgelegt, ein aufgeräumtes Bild zu liefern, und rechnet dabei schwache Echos weg — genau die, an denen kleine Fische und feine Struktur hängen. Danach folgen Frequenz, Bildlaufgeschwindigkeit und Tiefenbereich.
Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig. Wer wahllos dreht, landet im Chaos. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
Keine Universalwerte — aber ein brauchbarer Startpunkt, von dem aus du feinjustierst.
| Situation | Frequenz | Empfindlichkeit | Bildlauf |
|---|---|---|---|
| Flaches Wasser suchen (bis 5 m) | 83 kHz | hoch | mittel bis schnell |
| Vertikalangeln im Stand | 200 kHz | hoch | langsam |
| Tiefes Wasser (ab 20 m) | 50–83 kHz | sehr hoch | mittel |
| Struktur absuchen | 455 kHz Down-/Side-Imaging | mittel | an Fahrt gekoppelt |
| Strömung, trübes Wasser | niedriger als sonst | mittel, Filter leicht an | mittel |
Das Seitenbild entsteht dadurch, dass sich das Boot bewegt. Bei wechselnder Geschwindigkeit wird das Bild gestaucht oder gezerrt und lässt sich nicht mehr sauber lesen. Gleichmäßige 3–6 km/h liefern die besten Ergebnisse — ein Bugmotor mit Geschwindigkeitsregelung hilft hier enorm.
Die Automatik ist auf ein sauberes Bild optimiert, nicht auf maximale Information. Sie unterdrückt schwache Echos — und genau dort stehen kleine Fische, Futterfischschwärme und feine Kanten.
Wer bei jedem Rauschen den Filter hochzieht, entfernt mit der Störung auch die Nutzinformation. Erst die Ursache suchen: Meist sind es Luftblasen am Geber oder eine schlechte Masseverbindung, nicht das Gerät.
Steht der Bereich auf 30 m, obwohl das Wasser 4 m tief ist, quetscht sich alles Interessante in den obersten Displayzentimeter. Bereich fest auf etwas mehr als die reale Tiefe stellen.
Die beste Einstellung nützt nichts, wenn der Geber Luft zieht oder schräg hängt. Er muss 15–30 cm unter der Wasserlinie sitzen, waagerecht ausgerichtet und in störungsfreiem Wasser. Eine Geberstange hält die Tiefe konstant.
So hoch, dass gerade eben leichtes Rauschen im Bild sichtbar wird — dann eine Stufe zurück. Dieser Punkt liegt bei den meisten Geräten deutlich über dem, was die Automatik einstellt. Im tiefen Wasser darf der Wert höher sein als im flachen, weil das Echo längere Wege zurücklegt und schwächer ankommt.
Drei häufige Ursachen. Erstens: Empfindlichkeit zu niedrig — die Echos werden weggerechnet. Zweitens: Das Boot steht, dann werden aus Sicheln waagerechte Striche. Drittens: Die Fischsymbol-Funktion ist aktiv, die echte Echos durch stilisierte Fischchen ersetzt — schalte sie ab, das Rohbild sagt deutlich mehr aus.
Nein. Die Fischsymbol-Funktion interpretiert Echos und zeigt statt des Rohbildes kleine Fischchen. Sie liegt regelmäßig falsch — Luftblasen und Kraut werden zu Fischen, dicht stehende Fische zu einem einzigen Symbol. Im Rohbild erkennst du nach etwas Übung deutlich mehr, unter anderem Größenverhältnisse und ob der Fisch am Grund klebt oder frei steht.
Zander stehen oft dicht am Grund, teils direkt aufliegend. Wichtig ist deshalb eine hohe Empfindlichkeit und eine gute Grundtrennung — CHIRP im Hochband oder 200 kHz. Wenn du im Stand vertikal angelst, den Bildlauf verlangsamen, sonst verschmilzt der Fisch mit der Grundlinie. Ein enger Kegel hilft, Fisch und Grund auseinanderzuhalten.
In zwei Stunden auf dem Boot bekommst du dein Gerät so eingestellt, wie es zu deiner Angelei passt — und verstehst, warum. Das geht schneller als jedes Handbuch.
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