Ein Echolot sendet einen kurzen Schallimpuls ins Wasser und misst die Zeit, bis das Echo zurückkommt. Aus dieser Laufzeit und der Schallgeschwindigkeit im Wasser — rund 1.480 m/s — berechnet das Gerät die Entfernung zum Objekt. Wie stark das Echo zurückkommt, verrät, worauf der Schall getroffen ist: harter Grund reflektiert stark, weicher Schlamm schwach, die Schwimmblase eines Fisches deutlich genug, um sie vom Wasser zu unterscheiden.
Ein Echolot zeigt keine Karte, sondern eine Zeitachse. Jede Bildspalte ist ein Moment. Steht dein Boot still, siehst du also nicht „nichts“, sondern immer wieder dieselbe Stelle — ein Fisch, der darunter steht, wird dann zum langen waagerechten Strich statt zur Sichel. Das ist die häufigste Verwechslung bei Einsteigern.
Die Sendefrequenz entscheidet über zwei Dinge gleichzeitig, die sich gegenseitig ausschließen: Reichweite und Detailschärfe. Niedrige Frequenzen dringen tief ein, zeichnen aber grob. Hohe Frequenzen liefern ein scharfes Bild, kommen aber nicht so tief.
| Frequenz | Kegelöffnung | Reichweite | Wofür |
|---|---|---|---|
| 50 kHz | weit (ca. 45–60°) | sehr tief | Große Tiefen, Meer, großflächiges Absuchen |
| 83 kHz | weit (ca. 60°) | mittel | Fisch suchen im Flachen, großer Erfassungs- bereich |
| 200 kHz | eng (ca. 20°) | gering | Detail, Fischtrennung, Vertikalangeln |
| 455–800 kHz | sehr eng, fächerförmig | gering | Down- und Side-Imaging, fotoartige Struktur |
| 1.200 kHz (MEGA) | extrem eng | sehr gering | Höchste Detailstufe im Flachwasser |
Ein klassisches Echolot sendet auf einer festen Frequenz. CHIRP (Compressed High Intensity Radar Pulse) fährt stattdessen einen ganzen Frequenzbereich durch, zum Beispiel von 150 bis 250 kHz. Das Gerät bekommt dadurch mehr Informationen pro Impuls und kann Echos sauberer trennen. Praktisch heißt das: Zwei Fische dicht übereinander werden zu zwei Sicheln statt zu einem Klumpen, und der Störanteil im Bild sinkt spürbar.
Der Schall breitet sich kegelförmig aus. Der erfasste Durchmesser am Grund hängt deshalb direkt an der Tiefe — und ist im Flachen überraschend klein.
Als grobe Faustregel gilt bei einem 20°-Kegel: Der Durchmesser am Grund entspricht etwa einem Drittel der Wassertiefe. In 3 m Tiefe siehst du also einen Kreis von rund 1 m Durchmesser — das ist weniger als die Länge deines Bootes. Bei einem weiten 60°-Kegel entspricht der Durchmesser dagegen ungefähr der Wassertiefe.
Wenn du in 3 m Tiefe mit 200 kHz fährst und keinen Fisch siehst, heißt das nicht, dass keiner da ist — du hast nur einen Meter Wasser abgesucht. Zum Suchen nimmst du die niedrige Frequenz mit weitem Kegel, zum genauen Hinschauen die hohe. Genau deshalb haben die meisten Geber zwei Frequenzen.
Alle vier arbeiten mit demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in Frequenz, Kegelform und Auswertung.
| Art | Was du siehst | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| 2D / CHIRP | Klassisches Bild mit Fischsicheln | Fisch vom Grund trennen, Tiefe, Härte | Zeigt keine Struktur im Detail |
| Down-Imaging | Fotoartiger Schnitt senkrecht nach unten | Bäume, Kanten, Kraut erkennen | Fisch schlechter vom Hintergrund trennbar |
| Side-Imaging | Streifen links und rechts neben dem Boot | Große Flächen schnell absuchen | Nur bei gleichmäßiger Fahrt brauchbar |
| Live-Sonar | Bewegtbild in Echtzeit | Köder und Fischreaktion gleichzeitig sehen | Begrenzte Reichweite, teuer, braucht Ausrichtung |
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt an deiner Angelei. Beim Vertikalangeln reicht oft 2D plus Live-Sonar; wer Strukturen sucht, will Side-Imaging. Unser Sortiment an Echoloten deckt alle vier Bauarten ab — welche Kombination zu deinem Gewässer passt, besprechen wir gern vorher mit dir.
Technisch dasselbe Prinzip, nur ein anderer Sprachgebrauch. Sonar (Sound Navigation and Ranging) ist der Oberbegriff für alle Verfahren, die mit Schall unter Wasser orten. Echolot bezeichnet im deutschen Sprachraum die Anwendung davon zur Tiefen- und Fischortung. In der Angelpraxis meinen beide Wörter dasselbe Gerät — „Sonar“ wird nur häufiger für moderne Bildverfahren wie Side-Imaging und Live-Sonar benutzt.
Fische erscheinen im klassischen 2D-Bild als Sichel oder Bogen. Der Grund dafür ist der Kegel: Beim Einfahren in den Kegel ist der Weg zum Fisch länger, in der Mitte am kürzesten, beim Ausfahren wieder länger — das ergibt den Bogen. Je vollständiger die Sichel, desto länger war der Fisch im Kegel. Steht das Boot still, wird aus der Sichel ein waagerechter Strich. Mehr dazu in unserem Ratgeber Echolotbilder deuten.
Er muss dauerhaft und vollständig untergetaucht sein — als Richtwert 15 bis 30 cm unter der Wasserlinie. Zu flach montiert saugt er bei Fahrt Luft an, und das Bild reißt ab. Wichtig ist außerdem eine Position in störungsfreiem Wasser, also nicht direkt hinter einer Kante oder im Schraubenwasser. Passende Geberstangen halten die Tiefe konstant.
Ja. Salzwasser leitet Schall sogar etwas besser, die Schallgeschwindigkeit liegt geringfügig höher als im Süßwasser — moderne Geräte rechnen das heraus. Wichtiger ist das Material: Für Salzwasser solltest du Halterungen aus V4A-Edelstahl wählen und den Geber nach dem Einsatz mit Süßwasser abspülen.
In den meisten Fällen sind es Luftblasen am Geber. Bei Fahrt reisst die Strömung an Kanten ab und es entsteht ein Blasenteppich, den der Schall nicht durchdringt. Abhilfe: Geber tiefer setzen, Position in ruhigeres Wasser verlegen oder eine Geberstange nutzen, die den Geber unter die Störzone bringt. Auch ein leicht nach hinten geneigter Geber hilft.
Die Theorie ist der einfache Teil. Wer sein Echolot wirklich lesen will, braucht ein paar Stunden am Wasser mit jemandem, der es täglich macht — genau dafür gibt es unsere Schulungen auf der Donau.
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