Ratgeber · Recht · 6 Minuten

Ist Angeln mit Echolot erlaubt?

Ja — in Deutschland gibt es kein bundesweites Echolotverbot beim Angeln. Fischereirecht ist Landesrecht, und kein Landesfischereigesetz verbietet Echolote pauschal. Entscheidend für dich ist fast immer nicht das Gesetz, sondern die Ordnung deines Gewässers: Verein, Pächter oder Eigentümer dürfen den Einsatz einschränken oder untersagen — und tun das teilweise auch.

Drei Ebenen entscheiden — in dieser Reihenfolge

Die Frage „ist das erlaubt?“ lässt sich nicht mit einem Satz für ganz Deutschland beantworten, weil drei Regelungsebenen übereinanderliegen. Wer sie kennt, findet die Antwort für sein Gewässer in fünf Minuten.

  1. Bundesebene — hier steht nichts Es gibt kein Bundesgesetz, das Echolote beim Angeln regelt. Fischerei ist Ländersache. Wer dir erzählt, Echolote seien „in Deutschland verboten“, irrt.
  2. Landesebene — Fischereigesetz und Verordnung Jedes Bundesland hat ein Landesfischereigesetz und dazu eine Ausführungsverordnung. Dort stehen die verbotenen Fangmethoden. Historisch gab es Echolotverbote, sie sind aber weitgehend gefallen — Bayern hat seines zum 01.01.2005 gestrichen.
  3. Gewässerebene — das ist die Ebene, die zählt Verein, Pächter oder Eigentümer legen in der Gewässer- oder Vereinsordnung fest, was auf ihrem Wasser gilt. Diese Ebene darf strenger sein als das Landesrecht — und genau hier stehen die meisten Echolot-Einschränkungen.
Die kurze Faustregel

Das Landesgesetz sagt dir, ob Echolote grundsätzlich zulässig sind. Dein Erlaubnisschein sagt dir, ob du sie an diesem Gewässer benutzen darfst. Im Zweifel gilt immer die strengere Regel — und das ist meistens die des Gewässers.

Bayern: das Verbot ist seit 2005 Geschichte

Weil wir selbst in Bayern sitzen und die meisten unserer Kunden hier angeln, hier der Stand für den Freistaat im Detail.

Die Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG) enthielt früher in § 12 ein Verbot, Fische mit Geräten zum Orten von Fischen oder Fischbeständen zu fangen. Diese Bestimmung wurde gestrichen; die Änderung gilt seit dem 01.01.2005. Weder das Bayerische Fischereigesetz noch die Ausführungsverordnung kennen heute ein Echolotverbot.

Zwei Einschränkungen, die man trotzdem kennen sollte: Die Kreisverwaltungsbehörden können für ihren Bereich eigene fischereirechtliche Regelungen erlassen. Und die Gewässerordnung deines Vereins bleibt davon ohnehin unberührt.

Quelle und Stand

Verordnung zur Ausführung des Fischereigesetzes für Bayern (AVBayFiG), Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2004, BayRS 793-3-L. Geprüft am 02.09.2026. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung unter gesetze-bayern.de.

Und in den anderen Bundesländern?

Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als eine hübsche Tabelle: Wir veröffentlichen keine Liste mit 16 Bundesländern und einem Häkchen dahinter. Fischereiverordnungen werden laufend geändert, und eine Tabelle, die niemand pflegt, ist nach zwei Jahren schlicht falsch — bei einer Rechtsfrage ist das schlimmer als keine Angabe.

Was wir dir stattdessen geben, ist der Weg zur verlässlichen Antwort für dein Gewässer:

Wo du nachschaust Wonach du suchst Was es dir sagt
Erlaubnisschein / Tageskarte Rückseite, Abschnitt „verbotene Methoden“ oder „Geräte“ Die verbindliche Antwort für genau dieses Gewässer. Hier zuerst schauen.
Gewässer- oder Vereinsordnung Stichworte „Echolot“, „Fischfinder“, „Sonar“, „elektronische Hilfsmittel“ Oft ausführlicher als der Schein, teils mit Sonderregeln für Live-Sonar.
Landesfischereiverordnung Paragraf zu verbotenen Fangmitteln und -methoden Der gesetzliche Rahmen. Findest du über das Landesrecht-Portal deines Bundeslandes.
Landesfischereiverband Bereich Recht / Häufige Fragen Verständliche Einordnung und Hinweise auf aktuelle Änderungen.
Beim Verein nachfragen Kurze Mail an den Gewässerwart Der schnellste Weg — und du bekommst gleich mit, ob eine Änderung ansteht.

Wenn du die Antwort für dein Gewässer gefunden hast und sie nicht eindeutig ist: Frag beim Verein nach, bevor du das Gerät mitnimmst. Eine Mail kostet nichts, eine Diskussion mit der Aufsicht am Wasser kostet den Angeltag.

Sonderfall Live-Sonar

Klassische Echolote und Echtzeitsonar werden in der Diskussion zunehmend getrennt behandelt. Geräte wie Garmin LiveScope, Lowrance Active Target und Humminbird MEGA Live zeigen Fisch und Köder in Echtzeit — das verändert die Angelei deutlich stärker als ein Tiefenmesser, und einige Gewässerbewirtschafter reagieren darauf mit eigenen Regeln.

Rechtlich sind Live-Sonare bislang normale Echolote: Wo Echolote zulässig sind, sind sie es in aller Regel auch. Die Bewegung findet auf der Gewässerebene statt — manche Vereine schließen Echtzeitsonar inzwischen ausdrücklich aus oder beschränken es auf bestimmte Zeiträume, während das klassische Echolot erlaubt bleibt.

Praktischer Hinweis

Wenn in deiner Gewässerordnung nur „Echolot“ steht und der Text älter als 2020 ist, sagt er zu Live-Sonar in der Regel nichts — die Geräte gab es damals noch nicht am Markt. Das ist der klassische Fall für eine kurze Nachfrage beim Verein, statt es darauf ankommen zu lassen.

Häufige Fragen

Sind Fischfinder in Deutschland erlaubt?

Ja. Es gibt kein bundesweites Verbot von Fischfindern oder Echoloten beim Angeln. Fischereirecht ist Landesrecht, und die früheren Verbote sind weitgehend gefallen. Einschränken darf allerdings jeder Gewässerbewirtschafter — also Verein, Pächter oder Eigentümer — für sein Gewässer. Maßgeblich ist dein Erlaubnisschein.

Ist Echolot in Bayern erlaubt?

Ja. Das frühere Verbot in der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz wurde gestrichen, die Änderung gilt seit dem 01.01.2005. Weder das Bayerische Fischereigesetz noch die AVBayFiG enthalten heute ein Echolotverbot. Kreisverwaltungsbehörden können allerdings eigene Regelungen treffen, und die Gewässer- ordnung deines Vereins gilt zusätzlich.

Darf ich ein Gewässer mit dem Echolot vermessen, ohne zu angeln?

Das kommt darauf an, ob du das Gewässer befahren darfst. Das reine Ausloten ist keine Ausübung der Fischerei, solange keine Angel im Wasser ist — du brauchst dann keinen Fischereischein für diese Tätigkeit. Sehr wohl brauchst du aber die Erlaubnis, mit dem Boot dort zu fahren, und einige Gewässerordnungen untersagen das Vermessen ausdrücklich. Kläre das vorher mit dem Bewirtschafter.

Gilt das Echolotverbot auch für Futterboote?

Futterboote mit eingebautem Echolot fallen unter dieselben Regeln wie andere Echolote. Zusätzlich haben viele Vereine eigene Bestimmungen zu Futterbooten — etwa Reichweiten- begrenzungen oder ein Verbot in bestimmten Bereichen. Beide Punkte stehen meist im selben Abschnitt der Gewässerordnung.

Was passiert, wenn ich gegen die Gewässerordnung verstoße?

Der Verein kann den Erlaubnisschein einziehen und ein Hausverbot aussprechen; bei Mitgliedern sind Vereinsstrafen bis zum Ausschluss möglich. Verstöße gegen das Landesfischereirecht sind darüber hinaus Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeld geahndet werden. Der Aufwand einer kurzen Nachfrage steht dazu in keinem Verhältnis.

Unsicher, was an deinem Gewässer gilt?

Wir angeln selbst auf der Donau und kennen die Diskussion aus der Praxis. Ruf an oder schreib uns — wir sagen dir ehrlich, was wir wissen, und wo du besser direkt beim Verein nachfragst.

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